Brunsbuettel - Sued / Alte Post (Abriss 200 ?)

Die Fotos, mit Ausnahme der Zeitungsbilder, wurden mir freundlicherweise von Jan Sievers zur Verfügung gestellt.

Der folgende Artikel stammt aus einer Brunsbütteler Tageszeitung - dazu die Bilder 016 und 017. (von H. Schenk u. M. Behrendt)

Ende der alten Post

Bagger machen dem historischen Gebäude den Garaus

BRUNSBÜTTEL (hsc) Die alte Post in der Schoofstraße 4 gibt es nicht mehr. Das große, stabile Gebäude hätte sicher noch viele Jahre Wind und Wetter standgehalten, doch nun war sein Ende gekommen.

Nachdem bereits Tage zuvor die Fenster ausgebaut und die Dachpfannen abgenommen wurden, hat sich der Bagger nun durch das Mauerwerk gefressen und das stattliche Gebäude in einen riesigen Schotterhaufen verwandelt, der jetzt abgetragen wird.

Das Postgebäude wurde Anfang des 20. Jahrhundert gebaut, weil die bisherige Post, die sich direkt neben dem Bahnhof befand, nicht mehr ausreichte. Brunsbüttel-Süd war damals ein blühender Stadtteil mit vielen Geschäften, Wohnmöglichkeiten und Arbeitsplätzen. Im Zuge der Industrieansiedlung machte die Südseite eine drastische Entwicklung durch. 1972 wurde die Hauptpost auf die Nordseite verlagert und erhielt ein neues Gebäude in der Kautzstraße. Das alte Postgebäude ging in private Hände über und wurde umgebaut. Im Erdgeschoss entstand die Gaststätte „Zur Alten Post", in der die Südseitenbewohner so manches schöne Fest gefeiert haben. Ende der siebziger Jahre stellte die Gaststätte ihren Betrieb ein.

Im Gespräch war, dass nun die Entwicklungsgesellschaft das Gebäude übernehmen und ihren Sitz dort einrichten würde. Der Plan wurde aber verworfen. Dann stand das Gebäude lange leer. Vandalen drangen ein, richteten große Schäden an und nahmen alles mit, was noch zu verwerten war. Hoffnung kam auf, als die Neue Lübecker das Haus kaufte, um es zu sanieren und Wohnungen zu bauen, doch dieses Vorhaben verlief im Sande. Nach der Wende entschloss sich die Neue Lübecker, ihre Gelder im Osten zu investieren.

1995 wechselte das Haus nach jahrelangem Leerstand wieder in private Hände mit dem Vorhaben, Mietwohnungen auszubauen. Da die Nachfrage nach Wohnungen auf der Südseite jedoch rapide abnahm, machte es keinen Sinn mehr, in Mietwohnungsbau zu investieren. So blieb es zunächst bei substanzerhaltenden Baumaßnahmen. Wieder wurde ein neuer Investor gesucht, der sich jedoch nicht fand. Weder Gewerbetreibende, noch Privatpersonen waren bereit, sich auf der Südseite etwas Neues aufzubauen. Angesichts der verschärften Steuergesetze und verlängerten Spekulationsfristen verloren die wenigen Interessenten letztendlich das Interesse am Kauf des Gebäudes. Ende vergangenen Jahres wurde das Schicksal der alten Post endgültig besiegelt. Ein privater Investor kaufte den Grundbesitz mit dem Vorhaben, das Gebäude abzureißen. Das ist nun geschehen. Ein neues Gebäude soll nach Aussage des Eigentümers auf dem Grundstück nicht errichtet werden.

001 /
002 (JS) /
003 (JS) /
004 (JS) /
005 (JS) /
006 (JS) /
007 (JS) /
008 (JS) /
009 (JS) /
010 (JS) /
011 (JS) /
012 (JS) /
013 (JS) /
014 (JS) /
015 (JS) /
016 /
017 /