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Meine Äquatortaufe
Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am Es herrscht tropisches Klima an Deck. Ein sicheres Zeichen dafür, dass wir uns dem Äquator nähern. Neptun stattet der " Rolf Jacob "auch prompt einen Besuch ab. Erwartungsgemäß kommt es neben der Schlüsselübergabe an den Kapitän dann auch zur Äquatortaufe der Erdlinge. Eine "schreckliche" Erfahrung für alle " Neulinge". Von Neptuns Frau Thetis mit Sahne gesalbt, gestempelt von der Nixe, mit Wodka behandelt von Doktore, gesegnet vom Pfarrer wird der Täufling dann vom Henker in den Pool befördert. So eine Taufe hat natürlich eine Vorgeschichte. Einige Wochen vor dem eigentlichen Ereignis fing die Sache schon an. In der Messe wurde eine Liste mit den Namen der Täuflinge aufgehängt. Die Bedeutung sollte uns Unerfahrenen schnell klar werden. Die Herren " Täufer " dachten sich allerlei Schikanen aus, deren Nichtbefolgung einen Strich auf der besagten Liste nach sich zog. Es begann mit harmlosen Sachen wie mit: " Kannst uns mal ein Bier holen " und steigerte sich bis zum Reinigen der Kammer. Aber nicht mit mir dachte ich und hatte innerhalb weniger Tage schon ein beträchtliches Konto an Minusstrichen. Eine sogenannte " Sonderbehandlung " nahte unausweichlich. ( Später gab es kurze Momente wo ich es doch bereut habe ) Das Schiksal nahm also seinen Lauf. Der III. Ing., ein Assi und ich hatten das Rennen mit Abstand gewonnen. Wir drei waren für eine " Sonderbehandlung " auserwählt worden. Für uns ging es schon einen Tag vor der eigentlichen Taufe los. Am Nachmittag durch die Polizisten, Neger, Henker wie immer man sie auch nennt eingefangen und in die Hafenarbeitertoilette ( an Bord nennt man sie anders aber das paßt hier nicht ) gesperrt. - Gut das die Flüsterwelle funktionierte denn so waren wir vorbereitet und hatten uns einen kleinen Streich ausgedacht. T-Shirts aus, Toilette und Waschbecken verstopft und Wasser marsch. Nach einiger Zeit hatten wir in der Toilette einen Wasserstand von über einem Meter. - Das sollte reichen. Uns kam es ewig vor aber dann kam endlich worauf wir gewartet haben. Von außen wurde der erste von den 3 Vorreibern geöffnet, die beiden anderen von uns. Klasse Erfolg - die Tür flog auf und der Wasserschwall traf einige, die sicher voher grinsend auf unseren Anblick gewartet hatten. Kaum jemand war trocken geblieben. Die Rache sollte folgen. Mit Farbe bekamen wir Nummern auf Brust und Rücken gemalt. Dann ging es in die Kammer und diese durften wir nicht mehr verlassen. Gegen 06.00 Uhr morgens wurde ich aus dem Schlaf gerissen. Aufstehen, Hose an und ab in den Taustore. Dieser befand sich Achterkante Aufbauten, genau unter der Winde. Wie ich feststellte lief diese auch noch unsinnigerweise. ( Den Sinn verstand ich erst später ) Kurz nach mir wurden der Assi und dann der III. Ing gebracht. Jetzt kam die Sache mit der Winde - man hatte eine kurze Kette auf den Spillkopf gelegt und immer wenn ein Törn gemacht war fiel das Ende der Kette auf das Deck. Irgendwann kamen auch die anderen Täuflinge dazu, ich glaube wir waren 7 oder 8 insgesamt. Grausam, mit kurzen Unterbrechungen lief die ganze Zeit die Winde, immer wieder schlug die Kette an Deck, die Hitze in diesen Loch war unerträglich. Endlich wurde der erste Täufling geholt. Zwischenzeitlich gab es etwas zu trinken, jeder bekam eine Flasche lauwarmes Bier - dachten wir weil es draufstand. Pfui Teufel es war Salzwasser mit Tabasco. Nachdem ich Stunden im eigenen Schweiß gebadet hatte war es dann endlich soweit. Als lezter Täufling wurde ich aus dem Store geholt und was dann folgte kann man weiter unten sehen. |
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Links - unser Steward Der hat sich selbst nicht getraut und die Geschichte lieber aus der Ferne belauert. ( eigentlich bin ich ganz froh darüber denn er hat mit meiner Kamera die folgenden Bilder aufgenommen ) Leider hat die Qualität im Laufe der Jahre sehr nachgelassen. |
Links - die Polizisten.
Karl Heinz Nörenberg und ? Tja, man hätte sich alle Namen aufschreiben sollen. |
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Auf dem rechten Bild sehen wir Neptun, den Friseur und Neptuns Frau Thetes ( bei der es sich um den Matrosen " Horst Henn " gehandelt hat.
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Bin mir nicht sicher aber ich glaube hier auf dem rechten Bild sehen wir den Zauberer.
( Wüßte im Moment nicht was er sonst darstellen soll - ist eben schon 30 Jahre her ) |
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Messbüddel bei der Taufe
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Unser Messbüttel hat es hinter sich.
Daneben unser Kapitän, Jürgen Eckert. |
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rechts mein Leidensgenosse, der Assi, beim Friseur.
An seiner Haltung sind seine Gedanken gut erkennbar. " Macht doch was ihr wollt, Hauptsache es ist bald vorbei " |
Der Assi, er hat es geschafft.
Nur noch das Ei auf den Kopf und fertig. |
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Jetzt geht es los !
Nach Stnden wurde ich aus der Folterkammer ( Taustore ) an die frische Luft geholt. Auch wenn es nicht so aussieht, alles was jetzt kommt ist Erholung gegen das was vorher war. |
Das mit der frischen Luft hatte sich auch gleich wieder erledigt.
Es ging in die Gammelkiste. |
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Und so sah es da drinnen aus.
Wie der Name es schon sagt beinhaltet diese Kiste Fischreste und was der Koch sonst eben nicht mehr braucht. |
Nachdem die Sitzung in der Gammelkiste beendet war ging es zum Fotografen.
Links sieht man die Kamera mit Druckluftschlauch. Wenn man in die Kamera schaute wurde einem Mehl oder son Zeug ins Gesicht gepustet. |
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Neptun und Thetes
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Bislang hatte ich noch nie einer "Frau" die Füße geküsst.
Hier tat ich es. |
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Was ich von diesem Fußkuss hielt kann man gut in meinem Gesicht ablesen.
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Jetzt die Streckbank.
Kopf und Hände wurden in einer Halterung fixiert, um die Füße kam ein Tampen und dann wurde man mit einer kleinen Handwinde in die Länge gezogen. |
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Da man ja schießlich nicht verhungern sollte gab es auch lecker Essen.
Und wieder dieses Gesöff aus Salzwasser und Tabasco. Es war wirklich kurz vor der K..........grenze. |
Auch das war überstanden.
Eigentlich konnte es nur besser werden. |
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zum Friseur
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hier mixt er den "Frisierschaum"
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Hier war nur stillhalten angesagt.
Der Friseur hat ganze Arbeit geleistet. Aber egal, die Haare waren eh viel zu lang. |
Links Rolf , unser Bootsmann.
Er war der Arzt und quälte uns auf der Streckbank. ( Im Hintergrund sitze ich ergeben beim Friseur ) |
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Da tränen einem die Augen
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Heinz Reinke, unser Decksschlosser
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Im Pool lauerten schon die Polizisten.
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Die Völlerei nahm gar kein Ende.
Was da noch aus meinem Mund herausschaut ist der Schwanz eines rohen Herings. Die Jungs waren aber echte Kumpels und hatten das Vieh wenigstens entgrätet. |
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Wie man sieht, konnte mich selbst "das " nicht mehr erschüttern.
Es ist nicht zu glauben wie groß so ein Fisch sein kann, wurde immer mehr wenn er im Mund war. |
Der Galgen war auch nicht schlecht.
Man bekam einen Sicherheitsgurt um den Bauch un wurde hochgezogen. Jetzt wurde ein Lieg eigener Wahl erwartet und zwar laut und deutlich. |
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Ich hatte mir geschworen nicht zu singen.
Verloren !! Wie man sieht hatten die eine sagenhafte Ausdauer und jeder der schon einmal in so einem Sicherheitsgurt gehangen hat weiß wie lange man es aushält. |
Im Pool ging es dann rund.
Hier sollte die Getränkelage für die Tauffeier geregelt werden. Man wurde immer wieder untergetaucht und gefragt wieviele Kisten Bier man bereit ist auzzugeben. |
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Etwas von den Strapazen erholt kam jetzt der sture Dithmarscher wieder in mir durch.
Mit nur einer Kiste Bier war ich dabei. Gewonnen !! |
auch das wäre überstanden
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Geschafft
aber noch nicht im Kreise der " Gereinigten " aufgenommen. Dazu fehlte noch der Segen des Pastors. In diesem Fall Hubert Hamann, der beste Schiffskoch den ich kenne. |
auch die Neger waren geschafft
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Hier die eigentliche Taufe.
Man kniet sich vor den Pastor, bekommt seinen Taufnamen genannt und dann ein rohes Ei auf den Kopf geschlagen. Man achte auf die schienbeinfreundliche Unterlage. Nach ober gerichtete Vierkanthölzer. |
es ist vollbracht!!
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Die Belohnung --------->
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Irgendwann später gab es dann mal ne tolle Party auf der auch die Taufscheine überreicht wurden. Ich habe den Namen " Kabeljau " erhalten. - Soll ein Raubfisch sein wie man mir damals sagte !! |
Alle Strapazen und Quälereien waren vergessen. Eine Erfahrung die lange nicht jeder gemacht hat.
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